Weltmenstruationstag

Zum Weltmenstruationstag wollen wir daran erinnern, dass nicht nur cis Frauen menstruieren.
Körperliche Merkmale bestimmen in unserer Gesellschaft, wer als männlich, weiblich oder divers gilt. De facto stellt jedoch jeder Körper eine eigene Version von Geschlecht dar, da sich das Geschlecht nicht nur über äußere und innere Genitalien bestimmen lässt, sondern auch über andere Ebenen, wie z.B. die Hormone. Hinzu kommt die Geschlechtsidentität, die nichts mit den körperlichen Geschlechtsmerkmalen zu tun hat. Somit gibt es weit mehr Personen als cis Frauen, die menstruieren und eben auch cis Frauen, die nicht menstruieren. Jedoch verbinden wir Körperfunktionen (wie die Regelblutung oder den Eisprung) und Geschlechtsteile (wie den Uterus) immer noch hauptsächlich mit weiblich gelesenen Personen. Menschen, die ihre Regelblutung bekommen, können aber auch inter*, trans* und nicht-binäre Personen sein.

Das Thema Menstruation ist in unserer Gesellschaft ein eher schambesetztes, über das möglichst diskret gesprochen wird. Es gibt bereits einige Organisationen, die sich für mehr Aufklärung einsetzen. Die Situation für menstruierende cis Mädchen und cis Frauen kann sich dadurch nur verbessern. Schwieriger ist es für menstruierende trans*maskuline Personen. Durch die Einnahme von Hormonen kann es dazu kommen, dass die Periode aussetzt. Jedoch entscheiden sich nicht alle trans* Personen für die Einnahme von Hormonen. Die Regelblutung ist eine Körperfunktion, die nichts mit der Geschlechtsidentität zu tun hat und andere auch erstmal nichts angeht. Niemand hat das Recht, einer Person wegen ihrer Körperteile oder Körperfunktionen ihre Geschlechtsidentität abzusprechen.

Trans*maskuline Personen müssen in einer binär ausgerichteten Gesellschaft mit einigen Herausforderungen kämpfen. Generell erfahren weibliche Attribute in der „männlichen“ Welt unserer Gesellschaft häufig Abwertung. Zu menstruieren ist in unserem Bild weiblich konnotiert. Sich von diesem Bild zu lösen, stellt oft eine Herausforderung da – , nicht nur für cis Personen, sondern auch für nicht-binäre Personen. 

Doch was kann menstruierenden trans*maskulinen Personen helfen?

Hilfreich könnten hier schon Menstruationsartikel sein, deren Design nicht hauptsächlich in den Farben Rosa und Lila gestaltet ist und auch maskuline Assoziationen zulässt.
Neben der Beschaffung von Hygieneartikeln selbst stellt die binäre Aufteilung auf öffentlichen Toiletten ein großes Problem dar. Auch für cis Frauen sind einige WCs während ihrer Regelblutung nicht optimal. „Männer-Toiletten“ stellen sich hier für menstruierende Personen als noch schwieriger heraus. Oft sind keine Mülleimer vorhanden, in denen Menstruationsprodukte unbemerkt entsorgt werden können, und auch Waschbecken in Kabinen sind sehr selten zu finden, was  bei der Nutzung von Menstruationstassen von Nöten wäre. Durch die Aufteilung von Toiletten in “männlich” und “weiblich”, kann für nicht-binäre Menschen auch die Gefahr bestehen, dass sie von anderen falsch gelesen werden und andere sich belästigt fühlen, was im schlimmsten Falle zu Gewaltübergriffen führen kann. Wenn schon das Aussehen irritiert und Gewalt hervorruft, stellt auch die sichtbare Nutzung von Menstruationsprodukten auf „Männer-Toiletten“ eine reale Gefahr dar.
Eine Möglichkeit wäre, öffentliche Toiletten für Männer so zu konzipieren, dass sie auch Personen berücksichtigen, die menstruieren. Noch besser wären geschlechtsneutrale Toiletten, wodurch generell das Problem der Aufteilung in zwei Geschlechter, und der Zwang zu einem passenden Geschlechtsausdruck aufgelöst werden könnte. Es wird einer Person eher etwas Negatives unterstellt, wenn scheinbar gegen eine Regel verstoßen wird, wie der, sich auf einer Toilette des „anderen“ Geschlechts zu befinden. Würde diese Regel aufgehoben werden, könnte die Situation, unterschiedliche Menschen auf Toiletten anzutreffen, normal und nicht mehr bedrohlich sein.

 

Autorin: Luisa Kalkuhl

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