Im Gespräch mit “Haus of Genesis”

Wir freuen uns, im Rahmen der Drag-Week mit einem lokalen Beispiel über das Konzept der Drag-Hauses zu reden: Das Haus of Genesis. Merrie, Artemis, Debby und Pointy sind im Gespräch. 

 

Willkommen alle!

Merrie: Hey, wir freuen uns hier zu sein!

 

Stellt euch gerne mal vor. Wer seid ihr und wie habt ihr euch kennengelernt?

Merrie: Wunderschönen guten Tach, ich bin die Merrie. Was ich so genau in Drag mache ist auch ein Mysterium, das wissen die anderen Vier auch nicht wirklich. Ich bin 21 Jahre jung, aus dem wunderschönen Krefeld, das ist meine Tochter…

Artemis: Ich bin Artemis Genesis, Deutschlands jüngste MILF, 21 Jahre auf der Erde – 3 in Drag. Ich bin die Tochter von Merrie und die Teenie-Mutter von Pointy Boy und Debby.

Pointy: Ich bin Pointy Boy Strange Genesis, adoptierter Genesis und habe in England mit Drag angefangen. Bin dort in die Szene gerutscht und habe auf alternativen Parties den Kontakt zu Debby geknüpft.

Debby: Du wurdest da von mir angequatscht, ja. Ich meine, ich bin ja auch durch Arty dazugekommen, sie hat mir Merrie vorgestellt…

Merrie: … joa, und so sind wir dann irgendwie zu einer Familie geworden.

 

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse also, oder was?

Merrie: Irgendwie schon… Wir sind durch zufällige Ereignisse und durch viel Clubbing zusammengekommen. Dazu kam allerdings auch sowieso der Drang, mehr Leute im Haus zu haben. Arty hat mir Debby vorgestellt, Debby hat mir Pointy vorgestellt, und irgendwie hat es immer geklickt. Zuletzt kam Remo noch dazu, unser neuestes Mitglied, die heute aber leider nicht dabei ist.

 

Glaubt ihr denn, ihr wärt ohne das Haus of Genesis jetzt dort, wo ihr jetzt seid?

Pointy: Auf keinen Fall. Ich glaube, ich würde gar nicht wirklich noch Drag machen.

 

Wieso das?

Pointy: Ich hätte viele der mir gebotenen Möglichkeiten gar nicht gehabt. Velvet Curtains, verschiedene Live Shows und Co. – das hätte ich alles gar nicht machen können. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Artemis: Ich bin froh, da gelandet zu sein, wo ich jetzt bin. Das Haus hat mir viel gegeben: Zusammenhalt, Freundschaften und Halt. Ich wäre ohne das Haus definitiv mental nicht an dem Punkt.

Debby: Dem kann ich auf jeden Fall zustimmen.

Merrie: Ich glaube auch. Ich glaube mein Stil wäre gar nicht so, wie er heute ist. Es ist wirklich eine Mischung aus Support und Gruppenzwang. So oft, wie ich Drag machen musste, ohne dass ich wirklich Lust drauf hatte, nur weil drei andere Leute sich simultan in Drag begeben haben – es hat mir super viel Übung und Routine gegeben, die ich wahrscheinlich ohne das Haus gar nicht erreicht hätte.

 

Was waren denn eure schönsten Erlebnisse als Haus?

Pointy: Bei mir waren es die verschiedenen Foto-Shootings, die wir gemacht haben. 

Merrie: Definitiv die Bang Bang-Dua Lipa Performance. Allgemein dumme Gruppenperformances, die total bescheuert aussehen. Es war so unkoordiniert – ich habe es geliebt!

Artemis: Weißt du noch, als ich dich mit ner Peitsche auf der Bühne fast stranguliert hätte? Oder das eine Mal, bei dem mir Debby fast in die Schuhe gekotzt hat?

Pointy: Jedes Mal wenn wir uns treffen muss jemand brechen – und es bin nie ich.

Merrie und Debby brechen in Gelächter aus.

 

Naja, wo setzen wir hier jetzt wieder an… Man merkt auf jeden Fall durch eure besondere Gruppendynamik, dass ihr den Titel eines Hauses redlich verdient habt. Ihr seid ja auch eines der einzigen großen Hauses in NRW. Was hebt euch jedoch vom Rest ab?

Merrie: Ich schätze mal man kann uns ansehen, dass wir alle aus demselben Haus kommen. Kein Shade gegen andere – aber man sieht, dass wir eine Familie sind. Komische Emo-Kids auf jeden Fall.

Pointy: Wir haben alle eben ähnlich nen Knacks weg.

Arty: Alle haben eben irgendwie geklickt. Allein schon von der Aura wussten wir, dass sie zu uns gehören. Wir sind täglich im Kontakt, teilen alles und helfen uns auch in unseren Projekten regelmäßig. Wir funktionieren einfach zusammen.

Debby: Und es gibt auch keine wirkliche Hierarchie in unserem Haus. Jeder bestimmt demokratisch mit.

Merrie: Auch wenn ich natürlich die Mutter bin.

Pointy: …auf dem Papier. Aber ich glaube auch, dass nicht nur Drag uns zusammenschweißt. Wir sind auch außerhalb dieses Spektrums eine gute Freundesgruppe.

 

Wenn Drag nur das I-Tüpfelchen ist und auch ohne Drag die Freundschaft funktioniert, macht das viel aus. Wo und wie seht ihr das Haus in der Zukunft?

Debby: In der Entzugsklinik. 

Artemis: Ich sehe uns Booked and Blessed, sage ich nur. Vor Corona war unsere eigene Show eigentlich in den Startlöchern und wir können es kaum abwarten, das wieder zu starten. Wir hätten viel gehostet, was ja leider durch die Pandemie weggebrochen ist. Ich freue mich, das wieder in Angriff nehmen zu können. 

Merrie: Mein Plan ist es, in vierzig Jahren eine große Community zu schaffen und unser Haus weit auszubauen. Ich würde gerne einen Club haben, zu dem jeder kommen kann und sich jeder frei ausleben kann, als Safe Space für die Drag- und Queer-Community.

Pointy: Boah, jetzt will ich das haben! Mach mal hinne!

Merrie: Man glaubt’s kaum, aber ich habe auch Ambitionen in Drag.

 

Gibt es etwas, was ihr gerne noch sagen würdet?

Merrie: Wenn ihr Teil des Hauses werden wollt, schreibt mir.

Pointy: Ihr müsst cool sein… und nett!

Merrie: Und Augenringe bis zum Kinn haben…

Artemis: …und die Selbstdiagnose-Bingokarte muss voll sein.

 

Vielen Dank euch!

Alle: Danke! Bis zum nächsten Mal!

 

Ihr könnt das Haus of Genesis auf Instagram finden: @merrie_genesis, @artemis_genesis, @debby_genesis, @pointyboy_genesis und @remuleaid_genesis.

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